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A softly lit editorial still life on a pale oat-colored linen surface, shot from a slightly elevated three-quarter angle in a wide landscape composition. At center-left, a small matte amber glass jar sits open, with a scattering of fine cream-colored powder dusted across the linen and a few off-white capsules spilling out in a loose, natural arc. A minimalist wooden scoop rests beside the jar. To the right, a clean sheet of cream paper holds a hand-drawn line graph in thin charcoal ink. Two lines run nearly parallel and drift slightly apart, with a faint dotted horizontal threshold line they never cross. A sharpened pencil lies across the corner of the paper. In the soft-focus background, a ceramic cup of black coffee, a folded sage-green cotton napkin, and a sprig of dried eucalyptus add quiet texture. Morning window light enters from the left, casting long, gentle shadows and a warm highlight along the glass jar's rim. The palette is restrained and modern: warm beige, muted sage, soft terracotta, charcoal, and touches of amber. Shallow depth of field keeps the jar and graph crisp while the edges melt into creamy blur. Generous negative space on the upper right leaves room for headline overlay. The mood is calm, thoughtful, and skeptical, with the clean, tactile look of a contemporary wellness and science journal. No people, no text, no logos, no futuristic elements.
Science & Research

Turkesteron endlich bei Männern auf IGF‑1 getestet – die Ergebnisse entsprechen nicht den Versprechen der Influencer

Coach Ryan · · 3 min read

Die Studie in einem Satz

Ein kleines Team der Baylor University verabreichte elf jungen Männern Turkesteron und fand keinen statistisch signifikanten Effekt auf IGF‑1, den Ruheenergieverbrauch (RMR) und die Fett‑ sowie Kohlenhydratmetabolik. Die Werte bewegten sich zwar leicht in die Richtung, die Supplement‑Vermarkter sich wünschen, überschritten jedoch nicht die Signifikanz‑Schwelle.

Turkesteron ist ein pflanzlich gewonnener Ecdysteroid, der in den sozialen Medien als „natürliches Steroid“ mit muskelaufbauender Kraft und ohne die Nachteile anaboler androgenischer Steroide (AAS) beworben wird. Trotz breitem Konsum liegen kaum humanbasierte Daten vor. Der in Muscles 2024 veröffentlichte Artikel gehört zu den ersten Versuchen, den Hype am Menschen zu prüfen.

Was die Forschenden tatsächlich gemacht haben

Die Studie war eine placebokontrollierte Vorstudie. Elf scheinbar gesunde Männer (Durchschnittsalter 23,3 ± 2,2 Jahre) meldeten sich freiwillig. Die Teilnehmenden erhielten Turkesteron in mehreren akuten Dosen, jeweils verglichen mit einem Placebo. Proben wurden zu drei Zeitpunkten entnommen:

  • Vor der Einnahme (Baseline)
  • 3 Stunden nach Einnahme
  • 24 Stunden nach Einnahme

Als primäre Endpunkte wurden Serum‑IGF‑1 – ein Hormon, das mit Muskelproteinsynthese und Wachstums‑Signalwegen verknüpft ist – sowie der Ruheenergieverbrauch (RMR) gemessen, um die Behauptung zu prüfen, dass Turkesteron die Thermogenese ankurbelt. Zusätzlich wurden Marker für die Lipid‑ und Kohlenhydratmetabolik verfolgt. Die genauen Milligramm‑Dosen wurden im Abstract nicht angegeben, weshalb sie hier fehlen.

Das Hauptergebnis: Keine signifikante Wirkung

Die statistische Analyse zeigte keinen signifikanten Haupteffekt von Bedingung, Zeit oder Interaktion für Serum‑IGF‑1, RMR, Lipid‑ oder Kohlenhydratmetabolik (alle p > 0,05). Kurz gesagt: Die Forschenden konnten die Wirkung von Turkesteron nicht von Placebo oder normalen Schwankungen unterscheiden.

Der "Trend", den alle zitieren wollen

Die Autor:innen erwähnten zwei nicht‑signifikante Tendenzen:

  1. IGF‑1 stieg sowohl unter Turkesteron‑ als auch unter Placebo‑Bedingungen an.
  2. RMR blieb über die gemessenen drei Stunden hinweg oberhalb des Basiswertes.

Ein nicht‑signifikanter Trend ist kein verstecktes positives Ergebnis. Mit nur 11 Teilnehmenden hatte die Studie eine geringe Power, um kleine, aber wahre Effekte aufzudecken – diese Muster könnten also ein echtes Signal sein, das in größeren Studien bestätigt wird, oder sie könnten rein zufällig sein. Das Design kann den Unterschied nicht aufklären, und die Autor:innen geben dies ebenfalls zu, indem sie ihre Daten als nicht ausreichend zur „vollständigen Unterstützung von Turkesteron als potentes anaboles Supplement“ bezeichnen.

Warum diese Studie die Frage nicht abschließend beantwortet

Mehrere Limitationen sind zu beachten, bevor man aufgrund dieser Forschung Entscheidungen trifft:

  • Kleine Stichprobe. Elf junge, gesunde Männer bilden nur eine Pilotgruppe; die Ergebnisse lassen sich nicht ohne Weiteres auf Frauen, ältere Menschen oder trainierte Athleten übertragen.
  • Nur akute Dosierung. Untersucht wurden Stunden und ein einzelner Tag, nicht mehrere Wochen Supplementierung in Kombination mit Training.
  • Indirekte Messungen. IGF‑1 ist ein Surrogat‑Marker. Es wurden weder Muskelgröße, Kraft noch Muskelproteinsynthese gemessen, sodass keine Rückschlüsse auf Hypertrophie möglich sind.
  • Kein Trainingselement. Muskelwachstum in der Realität hängt von Krafttraining, ausreichender Proteinzufuhr und Zeit ab – das wurde in dieser Studie nicht berücksichtigt.

Die Autor:innen fordern ausdrücklich weitere Studien, die Turkesteron‑vermittelte IGF‑1‑Veränderungen über längere Zeit und in Kombination mit wiederholtem Training untersuchen.

Die gute Nachricht: Verträglichkeit

Die Forschenden betonten ein günstiges hämodynamisches und gastrointestinales Verträglichkeitsprofil. Bei den getesteten Dosen und über den kurzen Beobachtungszeitraum verursachte Turkesteron keine merklichen kardiovaskulären oder Magen‑Darm‑Probleme. Das ist zwar ein positives Signal, bleibt jedoch ein kurzfristiges Sicherheitsmerkmal bei lediglich 11 Teilnehmenden und beweist keine Langzeitsicherheit.

Was das für dich bedeutet

Baut es Muskeln auf? Noch nicht. Die Studie hat kein Muskelwachstum gemessen, und die hormon‑ bzw. stoffwechselbezogenen Ergebnisse unterschieden sich nicht signifikant vom Placebo.

Dosierung: Es gibt keine evidenzbasierte Dosis für den Muskelaufbau. Der Abstract nennt die verwendeten Dosen nicht, und nichts unterstützt ein konkretes Produkt‑Label oder Influencer‑Protokoll.

Timing: Messungen erfolgten 3 und 24 Stunden nach Einnahme, sodass keine Grundlage für eine Timing‑Strategie (z. B. Pre‑Workout oder mit Mahlzeiten) besteht.

Für wen es eventuell infrage kommt: Neugierige, gesunde Erwachsene, die akzeptieren, dass der Nutzen unbewiesen ist und bereit sind, auf solide Daten zu warten. Geld auszugeben sollte nicht auf Kosten bewährter Grundlagen gehen: progressives Krafttraining, ausreichende Proteinzufuhr, Schlaf und ein ausgeglichenes Kalorienbudget.

  • Nicht für Personen, die steroidähnliche Ergebnisse erwarten – die Studie liefert keinerlei Unterstützung dafür.
  • Nicht für Menschen mit hormonempfindlichen Erkrankungen oder die Medikamente einnehmen, ohne vorher ärztlichen Rat einzuholen.
  • Nicht für Schwangere, Stillende und Personen unter 18 Jahren.
  • Nicht für Wettkampfsportler, die Doping‑Tests unterliegen – sie sollten die Regelwerke ihres Verbands und die Inhaltsstoffe jedes Produkts prüfen.

Fazit

Die ersten Human‑Daten zu Turkesteron und IGF‑1 zeigen keinen signifikanten Effekt. Ein leichter Trend ist in der zu kleinen Stichprobe und über den zu kurzen Beobachtungszeitraum erkennbar, bleibt jedoch unbelegt. Bis längere Studien tatsächliches Muskelwachstum messen, sollte Turkesteron als unbewiesenes Supplement behandelt werden – nicht als natürlicher Shortcut zu steroidenähnlichen Zuwächsen.

Original study

Read the original research on pubmed.ncbi.nlm.nih.gov →

This article summarizes published research for general information. It is not medical advice.

CR

Written by

Coach Ryan

Coach Ryan writes for Dr. Gymbro: science-backed fitness, nutrition & performance.

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