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Wide landscape editorial photograph of a mountain biker mid-ride on a dusty red-orange singletrack trail in the South African Western Cape, golden hour light raking across the scene. The rider is in sharp focus on the right third of the frame, wearing a weathered cycling kit with a race number plate on the handlebars, dust kicking up from the rear tire. Behind them, rolling hills covered in fynbos shrubland and silhouetted protea plants fade into soft, hazy blue mountains. Warm amber sunlight creates long shadows and a soft rim light around the rider and bike.

In the lower left foreground, slightly out of focus, a small minimalist glass vial and a clear water bottle sit on a flat sun-bleached rock, with a few drops of liquid catching the light. Next to them, a simple matte paper notecard and a pencil suggest data collection, with no legible text. The vial and bottle are clean, understated, and modern, with no branding.

The color palette is earthy and refined: terracotta, ochre, sage green, dusty teal sky, and cream highlights. The composition uses shallow depth of field, a generous negative space in the upper left sky for headline overlay, and subtle film grain. The mood is contemplative, skeptical, and quietly sophisticated, like a feature photograph from a high-end outdoor sports and science magazine. Natural, candid, cinematic, shot on a 50mm lens with soft contrast and muted saturation. No futuristic elements, no glowing effects, no molecular graphics, no text.
Science & Research

Ketone IQ erhöhten die Blutketone beim Cape Epic, aber sonst nichts

Dr. Gymbro · · 4 min read

Ketone IQ erhöhten die Blutketone beim Cape Epic, aber sonst nichts

Kurzfassung: Rennende beim acht­tägigen Cape Epic tranken zweimal täglich Ketone IQ und erreichten etwa 1 mM Blutketone, doch ihr Ermüdungsgrad, ihre Herzfrequenz, Reaktionszeit und Erholung waren genauso wie bei den Placebo‑Renner*innen. Die doppelblinde Studie testete R‑1,3‑Butandiol unter realen Rennbedingungen statt im Labor. Die Autoren schließen, dass die moderate Ketose nicht wirksam war und dass Butandiol nicht mit Ketonestern verwechselt werden darf. Mit nur 18 Teilnehmenden hat die Untersuchung offensichtliche Grenzen, liefert aber ein nüchternes Datenstück für alle, die ein teures Keton‑Drink zur Regeneration erwägen.

Acht Tage, hunderte Kilometer gnadenloser südafrikanischer Singletrack – und zweimal täglich ein Premium‑Keton‑Drink. Am Ende sahen die Fahrer*innen, die Ketone IQ tranken, genauso aus, fühlten sich genauso an und lieferten dieselbe Leistung wie die, die ein Placebo erhielten.

Das ist die Kernbotschaft einer neuen doppelblinden Studie im European Journal of Sport Science und ein nützlicher Realitäts‑Check für alle, die Keton‑Ergänzungen zur Regeneration in Erwägung ziehen.

Was die Forschenden testeten

Engelbrecht und Kolleginnen verfolgten 18 trainierte Mountain‑Bikerinnen (10 Teams) während des Absa Cape Epic 2025, einem acht‑tägigen Mehrtaillenrennen. Die Teilnehmenden wurden randomisiert entweder 87,5 ml Ketone IQ (Wirkstoff: R‑1,3‑Butandiol, BDO) oder ein Placebo verabreicht. Die Einnahme erfolgte zweimal täglich – nach jeder Etappe und vor dem Schlafengehen.

Das Team erfasste ein breites Spektrum an Messgrößen aus dem Rennalltag:

  • Herzfrequenz während des Trainings und in Ruhe
  • Energie‑ und Kohlenhydrataufnahme
  • Hydration
  • Schlafmetriken
  • Kognitive Leistung, inklusive Reaktionszeit
  • Subjektiver Stress und Erholung

Der eigentliche Mehrwert der Studie liegt darin, dass die meisten Keton‑Studien im Labor unter streng kontrollierten Bedingungen stattfinden. Hier wurde geprüft, ob BDO unter den Belastungen einer Rennwoche – Ermüdung, Schlafdefizit und Ernährungsdruck – eine Wirkung entfaltet.

Das überraschende Ergebnis: Ketose, aber kein Nutzen

Der Drink tat, was er auf dem Niveau der Blutchemie versprach: BDO erzeugte bereits nach der ersten Etappe eine milde post‑exerkale Ketose von etwa 1,0 mM β‑Hydroxybutyrat (BHB).

Ein Nutzen zeigte sich jedoch nicht. Über das gesamte Rennen hinweg wiesen beide Gruppen dieselben Anzeichen wachsender Belastung auf:

  • Abnehmende maximale Herzfrequenz beim Training
  • Erhöhte Ruhe‑Herzfrequenz
  • Steigende Energie‑ und Kohlenhydrataufnahme
  • Längere Reaktionszeit ab Etappe 6

BDO veränderte keines dieser Muster im Vergleich zum Placebo. Der Titel der Arbeit sagt es deutlich: Post‑exerkales BDO verbesserte keinen der Marker für Ermüdung oder Erholung. Die Autor*innen schließen, dass die moderate Ketose unter realen Rennbedingungen nicht wirksam war.

Dieses Muster entspricht dem Lehrbuch‑Bild kumulativer Ermüdung bei Etappenrennen – und das Keton‑Getränk konnte das nicht umkehren.

Butandiol ist nicht dasselbe wie ein Keton‑Ester

Hier liegt das größte Missverständnis bei Konsument*innen. Der Begriff „Keton‑Supplement“ umfasst verschiedene Produktklassen.

Die Literatur, die die Autor*innen anführen, bezieht sich vorwiegend auf Keton‑Monoester (KME), denen eine bessere Regeneration und ein reduzierter physiologischer Stress beim Ausdauer‑Training zugeschrieben wird. BDO ist ein anderes Molekül: ein Keton‑Vorläufer, das erst im Körper in BHB umgewandelt werden muss, anstatt direkt ein Keton zu liefern. Dieser Umweg führt in der Regel zu niedrigeren Blut‑Keton‑Spiegeln als bei Monoester‑Drinks – die gemessenen rund 1 mM passen zu diesem Bild.

Die Autor*innen betonen, dass die Ergebnisse formulierungsspezifisch zu interpretieren sind. Ein Null‑Ergebnis für BDO beweist also nicht, dass Keton‑Ester nicht funktionieren, und ein positives Ergebnis für Ester beweist nicht, dass BDO wirkt. Es handelt sich um unterschiedliche Produkte mit separater Evidenz.

Was das für dich bedeutet, wenn du überlegst zu kaufen

Die Studie beweist nicht, dass Ketone generell nutzlos sind, aber sie untergräbt die Vorstellung, dass Ketone IQ ein Shortcut zur Regeneration bei mehrtägigen Ausdauer‑Einsätzen ist.

  • Testedose und Zeitplan: 87,5 ml zweimal täglich, post‑exerkal und vor dem Schlafengehen. Diese Protokollierung zeigte keinen Einfluss auf Erholungs‑Marker. Höhere Dosen oder andere Einnahmezeitpunkte wurden nicht untersucht.
  • Für wen es vermutlich nicht geeignet ist: Wenn dein Hauptziel bessere Regeneration, besseren Schlaf oder mehr Frische am nächsten Tag nach einem Etappenrennen ist, liefert diese Studie keinen Beleg für einen Nutzen.
  • Wo dein Geld wahrscheinlich mehr bringt: Die Fahrer*innen beider Gruppen erhöhten im Verlauf des Rennens ihre Kohlenhydrat‑ und Energiezufuhr. Eine optimale Versorgung mit Kohlenhydraten, ausreichend Schlaf und adäquate Hydration ist ein gut belegter Ansatz, bevor spekulative Supplements eingesetzt werden.
  • Prüfe die Zusammensetzung: Achte beim Einkauf darauf, ob ein Produkt BDO oder einen Keton‑Ester enthält – und ziehe nicht automatisch die Ergebnisse der einen Studie auf das andere Produkt.

Einschränkungen, die beachtet werden sollten

  1. Stichprobengröße: 18 Athlet*innen sind wenig. Kleine Studien können moderate Effekte übersehen, sodass „kein Unterschied gefunden“ nicht gleichbedeutend ist mit „keine Wirkung nachgewiesen“.
  2. Team‑Effekte: Die 10 Teams brachten reale Störfaktoren mit, etwa Unterschiede im Tempo, Terrain und individuelle Etappen‑Anforderungen, die in Labor‑Setups ausgeblendet würden.
  3. Ein Wirkstoff, eine Dosis, ein Zeitplan: Die Ergebnisse gelten ausschließlich für dieses BDO‑Produkt, diese Dosis und den post‑exerkalen Einsatz. Sie sagen nichts über Vor‑Exercise‑Einnahme oder andere Formulierungen aus.
  4. Milde Ketose: Das Blut‑BHB erreichte etwa 1,0 mM. Ob höhere Werte die Resultate verändern würden, blieb unbeantwortet.

Der Studiendesign ist dennoch ein Pluspunkt: Doppelblind, placebokontrolliert und in einem echten acht‑tägigen Rennen durchgeführt – ein Szenario, das im Supplement‑Marketing selten zu finden ist und ökologisch valide Evidenz liefert.

Fazit

Ketone IQ erhöhten die Blutketone bei Cape‑Epic‑Fahrerinnen, senkten jedoch weder die Belastung noch verbesserten die Reaktionszeit oder die Regeneration im Vergleich zum Placebo. Für Ausdauer‑Athletinnen, die ein Premium‑Keton‑Getränk in Erwägung ziehen, legt die Evidenz dieser Studie nahe, BDO für Regenerationszwecke skeptisch zu betrachten. Größere Studien und direkte Vergleiche mit Keton‑Estern würden eine vollständigere Antwort liefern.

Quelle: Engelbrecht et al., "Post‑Exercise R‑1,3‑Butanediol did not Improve Markers of Fatigue or Recovery During a Multi‑Stage Mountain Bike Race", European Journal of Sport Science (2026). DOI: https://doi.org/10.1002/ejsc.70260. PubMed: PMID 42852530.

Original study

Read the original research on pubmed.ncbi.nlm.nih.gov →

This article summarizes published research for general information. It is not medical advice.

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Dr. Gymbro

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