Dr. Gymbro
A wide, editorial-style flat lay photographed from above on a pale oat-colored linen surface in soft morning window light. On the left, a small matte white ceramic cup of black coffee with a delicate swirl of steam, beside a few scattered roasted coffee beans. On the right, a second matte sage-green ceramic cup holding a pale, creamy golden tea-like drink, mirroring the first. Between them, two small glass vials with cork stoppers sit side by side: one holding fine white powder, the other holding slightly warmer cream-colored powder, with a tiny brass measuring spoon resting nearby. In the lower foreground, a slim wooden rowing oar lies diagonally across the frame, its blade edge softly entering from the right, painted a muted navy with a thin terracotta stripe. A minimalist analog stopwatch with a brushed-steel case rests near the oar, and a folded cream notebook with a thin pencil suggests data-taking. In the upper corner, a crescent-shaped dried eucalyptus sprig and a small folded gray wool throw hint at sleep and calm without being literal. The palette is warm and restrained: oat, cream, sage, soft navy, terracotta, and espresso brown. Shadows are long and gentle, with shallow depth of field and subtle film grain, giving a refined, modern wellness-magazine feel. Generous negative space on the left third of the composition leaves room for a headline overlay. Clean, calm, tactile, and contemporary, with no text, logos, or futuristic elements.
Science & Research

Paraxanthin vs. Koffein: Die Sieger‑Kombination und der Schlaffreund

Dr. Gymbro · · 4 min read

Paraxanthin vs. Koffein – Was steckt hinter dem populären Koffein‑Abkömmling?

Koffein produziert im Körper ein bekanntes Nebenprodukt, das möglicherweise genau das ist, worauf Sie achten sollten. In einer neuen randomisierten Crossover‑Studie, veröffentlicht im Journal of the International Society of Sports Nutrition, wurden Koffein und Paraxanthin – sein wichtigstes Metabolit – direkt gegeneinander bei 14 männlichen Ruderern untersucht. Das Ergebnis war kein eindeutiger Knockout: Die Kombination schlug das Placebo beim 2000‑m‑Rennen, während Paraxanthin allein schon etwas schonender für den Schlaf wirkte. Die Studie ist klein, weshalb die Zahlen mit Vorsicht interpretiert werden sollten.

Was ist Paraxanthin und warum ist es wichtig?

Wenn Sie Kaffee trinken, wandelt Ihre Leber den Großteil des Koffeins in Paraxanthin um. Dieses Hauptmetabolit trägt vermutlich zu den stimulierenden Effekten bei, die Sie spüren. Parallel dazu wird Paraxanthin als eigenständiges Nahrungsergänzungsmittel vermarktet – oft als „sanftere“ Alternative zu Koffein.

Die Werbung ist jedoch der wissenschaftlichen Evidenz voraus. Die Autoren, angeführt von Bingol Diedhiou, weisen darauf hin, dass die Wirkung von Paraxanthin auf sportliche Leistung und Schlaf bei Athleten bislang wenig untersucht wurde. Die vorliegende Studie ist ein erster Versuch, diese Lücke zu schließen.

Wie die Studie ablief

Das Design war randomisiert, doppelblind und im Crossover‑Aufbau – ein solides Konzept, weil jeder Athlet als eigener Kontrollwert dient.

  • Teilnehmer: 14 männliche Ruderer auf Universitätsniveau, im Schnitt 21,6 ± 1,9 Jahre alt, mit etwa 2,2 ± 1 Jahren Rudererfahrung.
  • Test: 2000‑m‑Zeitprobe auf dem Ruderergometer.
  • Vier Bedingungen: Koffein + Paraxanthin, Koffein + Placebo, Paraxanthin + Placebo und ausschließlich Placebo. Die Dosis jedes Wirkstoffs betrug 200 mg.
  • Messgrößen: Endzeit, mittlere Leistung, Herzfrequenz sowie subjektive Bewertungen von Schlafqualität und Tagesmüdigkeit.
  • Analyse: Repeated‑Measures‑ANOVA mit Bonferroni‑Post‑hoc‑Tests.

Das Hauptresultat: Die Kombination gewann

Im Vergleich zu Placebo führte die Bedingung mit 200 mg Koffein + 200 mg Paraxanthin zu einer schnelleren 2000‑m‑Zeit und zu einer höheren mittleren Leistungsabgabe (p = 0,044; Cohen‑d = 0,30).

Der Befund ist statistisch signifikant – jedoch nur knapp – und ein d‑Wert von 0,30 entspricht einem kleinen Effekt. Es ist ein leichter Schub, keine Revolution. Der Abstract nennt nicht, wie viele Sekunden exakt gewonnen wurden; also nicht als Garantie für Ihren persönlichen Leistungszuwachs interpretieren.

Die Überraschung: Keine der Einzelsubstanzen überzeugte allein

Weder Koffein noch Paraxanthin zeigten klare Anzeichen einer Leistungsverbesserung in dieser Stichprobe. Die Schätzwerte tendierten leicht zu Gunsten beider Stoffe gegenüber Placebo, jedoch nicht überzeugend genug, um sie als wirksam zu bezeichnen.

Die Autoren schließen, dass Paraxanthin allein bei 200 mg keine eindeutige ergogene Wirkung zeigte. Nur die Kombination fiel positiv auf. Bei nur 14 Athleten könnte die Studie schlichtweg nicht genug statistische Power besitzen, um kleinere Effekte der Einzelstoffe zu erfassen. „Nicht signifikant“ bedeutet nicht „nicht wirksam“.

Der Schlaf‑Twist

Die koffeinhaltigen Bedingungen wurden mit einer schlechteren subjektiven Schlafqualität assoziiert. Paraxanthin allein zeigte günstigere schlafbezogene Ergebnisse.

Die Autoren präsentieren Paraxanthins potenziellen Nutzen eher als Verträglichkeit denn als überlegene Leistungssteigerung. Das ist wichtig für alle, die abends trainieren und bei denen ein Pre‑Workout‑Stimulus die nachfolgende Nacht ruinieren könnte. Die Studie beweist nicht, dass Paraxanthin den Schlaf aktiv verbessert – lediglich, dass es den Schlaf nicht so stark beeinträchtigt wie Koffein.

Einschränkungen, die Sie nicht ignorieren sollten

  • Winzige Stichprobe: 14 Teilnehmende, alle junge Männer, alle Ruderer. Die Ergebnisse lassen sich nicht ohne Weiteres auf Frauen, ältere Athleten oder andere Sportarten übertragen.
  • Kleiner Effekt: d = 0,30 ist bescheiden, p = 0,044 liegt am Rand der Signifikanz.
  • Einzelsubstanzen nicht signifikant: kein Nachweis, dass einer der beiden Stoffe allein bei dieser Dosis wirkt.
  • Subjektive Schlafmessungen: keine Wearables oder Polysomnographie, sodass die eigentliche Schlafarchitektur nicht beurteilt wurde.
  • Nur eine Dosis getestet: Die Autoren fordern explizit Dosis‑Response‑Studien.
  • Kurzzeitiges Design: Keine Aussagen über Langzeitanwendung oder -sicherheit.

Die Autoren erklären, dass keine Interessenskonflikte vorliegen.

Praktische Implikationen

Dosis: Die Studie nutzte 200 mg jedes Wirkstoffs. Das ist keine Empfehlung, Ihre übliche Aufnahme zu überschreiten. Ein Stack aus 200 mg Koffein + 200 mg Paraxanthin erhöht die gesamte Stimulanzbelastung – prüfen Sie also zuerst Ihre persönliche Toleranz.

Timing: Der Abstract nennt nicht, wie lange vor dem Training die Einnahme erfolgte. Folgen Sie daher den Produktanweisungen und testen Sie die Kombination im Training, nicht erst am Wettkampftag. Wenn Sie spät trainieren, sollten Sie beachten, dass Paraxanthin allein die Schlafdaten gegenüber koffeinhaltigen Optionen verbessert.

Wer könnte davon profitieren:

  • Athleten, die abends trainieren und Schlafstörungen minimieren wollen.
  • Koffein‑sensible Kraftsportler, die bei üblichen Dosen Zittern oder schlechten Schlaf erleben.
  • Ausdauersportler, die neugierig auf Stacking sind, solange sie akzeptieren, dass die Evidenz noch früh ist.

Wer sollte vorsichtig sein bzw. es meiden:

  • Personen mit Herzproblemen, Bluthochdruck, Angststörungen oder in der Schwangerschaft, sofern nicht ärztlich abgesegnet.
  • Menschen, die bereits mehrere Stimulanzien einnehmen.
  • Jeder, der einen großen Leistungssprung erwartet – der beobachtete Effekt war klein.

Fazit

Die vernünftigste Interpretation ist ein geteiltes Urteil. Koffein + Paraxanthin lieferten die beste Ruderleistung gegenüber Placebo, während Paraxanthin allein die günstigste subjektive Schlafbewertung erzielte. Keine der Einzelsubstanzen bewies sich allein in puncto Performance. Es ist ein vielversprechender Hinweis, aber keine abschließende Antwort – größere Studien mit objektiver Schlafmessung sind nötig.

Original study

Read the original research on pubmed.ncbi.nlm.nih.gov →

This article summarizes published research for general information. It is not medical advice.

DG

Written by

Dr. Gymbro

Dr. Gymbro writes for Dr. Gymbro: science-backed fitness, nutrition & performance.

Related Articles

A wide, softly lit editorial flat-lay on a pale warm-gray stone countertop, shot from slightly above. On the left, a small rustic ceramic bowl in matte cream holds a handful of dried guarana seeds, dark glossy brown with pale cream arils, a few spilling onto the surface. Beside it sits a halved fresh guarana fruit in vivid red-orange, split open to show the white flesh and black seed inside, looking like a tiny eye. On the right, two open clear capsules rest side by side. One is filled with fine white caffeine powder, the other with a fine earthy brown guarana powder, and a little of each dusts the stone in delicate, deliberate lines. Between them, a minimalist matte-black espresso cup with a thin ribbon of steam rises on the right edge of the frame. A brushed-steel stopwatch and a slim dark-green linen notebook with a pencil sit in the upper background, slightly out of focus, to hint at performance testing without clutter. A few green leaves of a guarana vine curve in from the top-left corner, catching soft light.

The lighting is natural window light from the left, with gentle long shadows and a subtle warm highlight on the seeds. The palette is muted and modern: warm creams, terracotta red, deep espresso brown, sage green, and charcoal accents. The background is clean with generous negative space on the upper right for headline text. Shallow depth of field, crisp focus on the seeds and capsules, fine grain, and a calm premium magazine look like a contemporary wellness and sports-science journal. No people, no text, no logos, no futuristic elements.
science research

Guarana vs. Koffein: gleiche Dosis – nur Guarana steigerte die Spitzenleistung

BY DR. GYMBRO ·

Gleiche Koffein‑Dosis, unterschiedliche Kapseln, und nur Guarana erzeugte einen statistisch signifikanten Anstieg der Spitzenleistung. In einer randomisierten Crossover‑Studie mit 18 aktiven Männern erhöhte Guarana die maximale Leistungsabgabe um 4 % gegenüber Placebo, während anhydroes Koffein nicht signifikant war. Das Fazit: Guarana schlug Koffein im direkten Vergleich nicht signifikant; die Unterschiede zwischen beiden sind lediglich beschreibend. Wir zeigen, was die Zahlen aussagen, wo die Studie Schwächen hat und wie man Guarana nach Koffeingehalt dosiert, falls man es ausprobieren möchte.

A wide editorial still life on a pale, warm-toned concrete surface in soft morning window light. In the center-left, a shallow matte ceramic bowl holds a small pile of bright red coffee cherries with glossy skins, a few sliced open to reveal pale mucilage and paired green-tan beans. Beside it, a small glass dish of fine, golden-brown powdered extract with a tiny wooden scoop resting on its edge. A sprig of coffee plant leaves, deep green and waxy, arcs across the foreground.

On the right side, slightly out of focus, a sleek road cyclist's handlebar and a matte black water bottle lean against a light plaster wall, suggesting athletic training without showing a person. A minimalist analog stopwatch with a clean white face and thin black hands sits in the mid-ground, angled toward the camera, its hands paused near the fifteen-minute mark. A folded linen cloth in oatmeal beige and a single small espresso cup with a thin crema ring add quiet texture.

The color palette is restrained and modern: cherry red, sage green, cream, soft terracotta, and charcoal accents. Light comes from the left, casting long, gentle shadows with a subtle warm glow and a hint of dust in the air. Shallow depth of field with crisp focus on the cherries and stopwatch, creamy bokeh in the background. Composition leaves open negative space in the upper right for a headline overlay. The overall feel is a clean, trendy health-and-science magazine cover: tactile, natural, minimal, and calm, shot in a 16:9 landscape frame with fine film-like grain and true-to-life tones.
nutrition

Kaffeekirsch‑Extrakt: 200 mg Koffein steigern die Radfahrleistung um 4,6 %

BY DR. GYMBRO ·

Eine niedrige Dosis von 200 mg Koffein aus einem Vollkaffeekirsch‑Extrakt ließ trainierte Radfahrer in einem 15‑Minuten‑Zeitfahren 4,6 % mehr Arbeit leisten. Die verbreitete Annahme, dass es die Glykogen‑Wiederauffüllung beschleunigt, konnte jedoch nicht bestätigt werden. Die randomisierte, doppelblinde Crossover‑Studie umfasste nur 12 Radfahrer, wurde von der Industrie finanziert und enthält keine reine Koffein‑Kontrollgruppe. Im Folgenden sehen Sie, was die Daten zeigen, was nicht und für wen das Produkt interessant sein könnte.

A sleek aluminum energy drink can and a matte scoop of white pre-workout powder sit side by side on a pale concrete gym bench, lit by soft morning window light. The can is slim and minimalist, with a muted sage green label and no legible text. Beside it is a clear glass shaker half full of cloudy, lightly frothy liquid with condensation beading on its surface. A few fine grains of powder are scattered across the bench, catching the light. Behind them, slightly out of focus, a stainless steel barbell rests on a rack, and a folded charcoal gym towel sits at the edge of the frame.

The color palette is warm neutral: oatmeal, soft gray, and sage, with a single accent of pale citrus yellow from a halved lemon wedge placed near the glass. A thin, elegant shadow from the window blinds falls diagonally across the scene, giving it an editorial, magazine-style rhythm. The composition leaves generous negative space on the right third of the frame, a smooth blurred wall in warm off-white, suitable for headline text overlay.

The shot is a low-angle, shallow depth-of-field product-style photograph, as if taken with an 85mm lens at f/2. The foreground objects are tack sharp and the background melts into creamy blur. The mood is calm, clean, and modern, like a wellness or science journal feature. Subtle film grain and gentle contrast add a tactile, contemporary lifestyle feel. There are no people, no logos, and no futuristic or sci-fi elements, just a quiet, considered still life that suggests the choice between a canned drink and a scooped supplement.
nutrition

Dein Energydrink könnte wie ein Pre‑Workout wirken – mit einem Haken

BY DR. GYMBRO ·

Koffein und Taurin sitzen Seite an Seite in Energydrinks und Pre‑Workout‑Mischungen – aber steigert das Duo wirklich die Leistung? Eine neue Metaanalyse aus 11 randomisierten Studien (234 Teilnehmende) zeigte moderate Verbesserungen der Spitzenleistung und der Ausdauerzeit sowie ein geringeres Anstrengungsgefühl. Die Herzfrequenz blieb unverändert und das Ergebnis zur Reaktionszeit war zu inkonsistent, um verlässlich zu sein. Der Haken: Die Studien waren klein und können nicht belegen, dass Taurin über das Koffein hinaus etwas bewirkt.

A landscape editorial photograph with a modern, clean magazine feel, shot on a pale warm-gray concrete surface in soft natural window light from the left. In the foreground, two matte white ceramic espresso cups sit side by side. The left cup holds a small amount of dark espresso with golden crema. The right cup is filled twice as high. Beside them, two small stainless steel scoops hold fine coffee-colored powder, one half full and one heaped, suggesting a dose comparison without any text or labels. A pair of worn red leather boxing gloves rests slightly out of focus behind the cups, laces loosely draped, with a white hand wrap rolled neatly beside them. A minimalist digital kitchen scale in matte black sits at the edge of the frame, with a few roasted coffee beans scattered across the surface. In the soft-focus background, a boxing gym corner appears: a hanging heavy bag in muted charcoal, pale wood plank flooring, and a tall window with diffused morning light. The palette is warm cream, espresso brown, brick red, and soft slate gray, with gentle shadows and a shallow depth of field. The composition follows the rule of thirds, with the cups and scoops in the lower left third and open negative space on the right for headline overlay. The look is tactile and refined, like a high-end health and performance journal. It has natural grain, subtle contrast, and a calm, confident mood. There are no people, no text, no logos, and no futuristic elements.
nutrition

Doppelte Koffeinmenge hilft Boxern kaum – das hat die Studie gezeigt

BY DR. GYMBRO ·

Denkst du, ein doppelter Löffel Pre‑Workout verdoppelt die Leistung? Eine aktuelle Studie mit 15 Wettkampf‑Boxern zeigt, dass das nicht zwangsläufig stimmt. Sowohl 3 mg/kg als auch 6 mg/kg Koffein verbesserten die Sprungleistung, jedoch war die höhere Dosis nicht durchgängig überlegen. Nur bei einzelnen Tests, etwa beim ballistischen Liegestütz und dem Knie‑Drehmoment, brachte die größere Dosis einen kleinen Vorteil. Wichtig ist zudem, dass das eigentliche Boxen – also das Schlagen – nie untersucht wurde.

This page is available in