Dr. Gymbro
A cyclist in profile, riding a sleek road bike along a quiet coastal road in warm golden-hour light, shot from a low side angle with a shallow depth of field. The rider wears a muted sage-green jersey, black bib shorts, a matte white helmet, and sunglasses. Their face shows calm, focused fatigue, with a faint sheen of sweat on the forearms. One hand is lifted slightly from the handlebars, holding a small, unbranded matte gel packet in soft cream and coral tones, just before opening it. The road curves gently behind them toward a hazy, softly blurred horizon of pale sea and distant hills, with long amber shadows stretching across the asphalt.

In the foreground, slightly out of focus, a few gel sachets and a bike bottle rest on a weathered stone wall at the left edge of the frame, adding editorial depth. Fine dust and sunlight glow in the air. The palette is warm and restrained: butter yellow, soft peach, sage, and slate blue, with gentle film-like grain. The composition leaves open negative space in the upper right, a pale gradient sky, for headline overlay. The overall look is a modern, minimalist sports-science magazine photograph: natural, premium, and clean, with realistic textures, cinematic but understated color grading, and no text, logos, or graphics.
Nutrition

Bicarbonat‑Gels während einer 3‑Stunden‑Fahrt steigern Leistung um 12 W

Dr. Gymbro · · 4 min read

Jeder weiß, dass man Natriumbicarbonat‑basierte Puffer vor einer intensiven Belastung einnehmen kann. Kaum jemand hat untersucht, was passiert, wenn man sie während einer langen Fahrt nutzt. In einer neuen Human‑Crossover‑Studie an trainierten Radfahrern wurde genau das getestet – und das Ergebnis nach drei Stunden war eindeutig: +12 W im 12‑Minuten‑Zeitfahren nach einer ermüdeten Belastung. Der Haken: Bei Sprint‑ und 2‑Minuten‑Versuchen zeigte sich kein Unterschied und die Stichprobe war sehr klein.

Hinweis: Dies ist eine Humanstudie mit 11 trainierten Radfahrern, kein Tier‑ oder Zellexperiment.

Warum diese Studie ein Novum ist

Natriumbicarbonat (NaHCO₃) hat sich bei hochintensiven Belastungen von etwa 1 bis 60 Minuten bewährt. Bisher konzentrierte sich die Forschung darauf, es vor dem Aufwand zu nehmen. Laut den Autoren hatte bislang keine Studie NaHCO₃ während des Trainings getestet, noch untersucht, ob es den ermüdungsbedingten Leistungsabfall bei langen Belastungen abschwächen kann. Dieser Abfall wird von Trainern zunehmend als „Durability“ bezeichnet: wie viel Leistung man nach mehreren Stunden Arbeit noch aufbringen kann.

Die Studie, veröffentlicht im Scandinavian Journal of Medicine & Science in Sports (Norte et al., 2026), untersuchte Natriumbicarbonat zusammen mit Kohlenhydrat in einem neuen Gel‑Format.

Wie das Experiment ablief

Elf trainierte Radfahrer absolvierten ein randomisiertes Crossover‑Design. Der Ablauf war:

  • Baseline‑Besuch: ein nicht‑ermüdeter Leistungstest bestehend aus drei 6‑Sekunden‑Sprints, einem 2‑Minuten‑Zeitfahren (TT) und einem 12‑Minuten‑TT.
  • Zwei Versuchsbedingungen: 3 Stunden Radfahren bei 95 % der Laktatschwelle, mit einer Kohlenhydrat‑Zufuhr von 80 g/h.
  • Intervention: entweder nur Kohlenhydrat (CHO) oder Kohlenhydrat + Natriumbicarbonat (CHO + BI) – insgesamt 18 g Natriumbicarbonat und 2 g Kaliumbicarbonat.
  • Nachtest: das gleiche Leistungsprofil nach der 3‑Stunden‑Fahrt, also im ermüdeten Zustand.

Die wichtigsten Zahlen

12‑Minuten‑TT: Die durchschnittliche Leistung war 12 W höher mit CHO + BI gegenüber CHO allein (p = 0,01, Hedges' g = 1,07). Das ist ein großer Effekt und das einzige statistisch signifikante Ergebnis der Arbeit.

Alle anderen Messwerte waren unauffällig:

  • 6‑Sekunden‑Sprint: +12 W (p = 1,00, g = 0,18) – nicht signifikant
  • 2‑Minuten‑TT: +6 W (p = 0,888, g = 0,32) – nicht signifikant

Der Unterschied im Sprint entspricht etwa dem rohen Watt‑Unterschied beim 12‑Minuten‑Test, hat aber einen sehr kleinen Effekt und hohe Variabilität, sodass er nicht als echter Gewinn gewertet werden kann. Der Nutzen zeigt sich bei länger anhaltender, schwellenähnlicher Belastung, nicht bei kurzen, explosiven Anstrengungen.

Was ist mit dem Magen?

GI‑Probleme sind der Hauptgrund, warum viele Sportler Natriumbicarbonat meiden. In dieser Studie gab es keinen Unterschied in gastrointestinalen Symptomen zwischen den Bedingungen. Die Autoren beschrieben das Unbehagen als minimal. Die Zugabe des Bicarbonats zu einem Kohlenhydrat‑Gel, das über die gesamte Fahrt verteilt wurde, war offenbar gut verträglich.

Warum das für Langstrecken‑Rennen wichtig ist

Wenn du Triathlon, Gran Fondos oder lange Straßenrennen fährst, kommen die entscheidenden Momente oft spät, wenn du bereits erschöpft bist und noch einen Endspurt hinlegen musst. Diese Studie legt nahe, dass eine Pufferunterstützung während der Fahrt – nicht nur vorher – die nachhaltige Leistung zu diesem Zeitpunkt erhalten helfen könnte. Die Autoren sehen darin einen möglichen Schutz vor dem ermüdungsbedingten Leistungsabfall, wobei ein einzelner 12‑Minuten‑Test keinen kompletten Mechanismus beweisen kann.

Praktische Take‑aways

Verwendete Dosis in der Studie: 18 g Natriumbicarbonat + 2 g Kaliumbicarbonat über die 3‑Stunden‑Fahrt, zusammen mit 80 g/h Kohlenhydrat im Gel‑Format. Gleichmäßig verteilt entspricht das etwa 6 g NaHCO₃ pro Stunde (unsere Rechnung, nicht aus dem Paper). Das liefert rund 5 g Natrium allein aus dem Natriumbicarbonat.

Timing: Während des Trainings, eingebettet in den Energiekonzept‑Plan, statt als Pre‑Race‑Bolus.

Für wen geeignet:

  • Trainierte Radfahrer, Triathleten und Langstrecken‑Rennfahrer, die bereits mit hohen Kohlenhydrat‑Raten tanken
  • Athleten, deren Wettkampf mit einem anhaltenden 10‑ bis 15‑Minuten‑Finale endet
  • Sportler, die das Protokoll zunächst im Training erproben wollen

Wer eher vorsichtig sein sollte oder darauf verzichten sollte:

  • Personen, denen geraten wurde, Natrium zu reduzieren, oder die Blutdruck‑, Nieren‑ oder Herzprobleme haben – vorher ärztlichen Rat einholen (allgemeine Vorsicht, nicht aus dem Paper)
  • Fahrer mit einer Vorgeschichte von GI‑Problemen, die das Bicarbonat‑Protokoll noch nicht trainiert haben
  • Sprint‑ und Kurzstrecken‑Spezialisten – die Sprint‑ und 2‑Minuten‑Ergebnisse zeigten hier keinen Nutzen
  • Alle, die einen „Wunderdübel“ erwarten. Das ist nur eine kleine Studie.

Einschränkungen, die du kennen solltest

  • Kleine Stichprobe: Nur 11 trainierte Radfahrer – die Ergebnisse müssen in größeren und heterogeneren Gruppen, inkl. Frauen und unterschiedlicher Leistungsniveaus, repliziert werden.
  • Eingeschränkter Nutzen: Der Gewinn zeigte sich ausschließlich im 12‑Minuten‑TT. Sprint‑ und 2‑Minuten‑TT profitierten nicht signifikant.
  • Einzelnes Protokoll: 3 Stunden bei 95 % der Laktatschwelle mit 80 g/h Kohlenhydrat spiegeln nicht unbedingt deinen Wettkampf wider.
  • Produkthinweise: Die Ernährungsprodukte wurden von MNSTRY gestellt, Siemens Healthineers lieferte das Blut‑Analysetool. Die Autoren betonen, dass keine der Firmen an Design, Datenerhebung, Analyse, Interpretation oder Publikationsentscheidung beteiligt war. Ein Autor ist mit Precision Fuel & Hydration verbunden.
  • Labor‑ und nicht Renngeschehen: Die Zeitfahren nach einer kontrollierten Fahrt sind nicht das Chaos eines echten Rennens.

Fazit

Dies ist das erste Mal, dass Natriumbicarbonat während einer langen Radtour untersucht wurde, und es zeigte einen signifikanten +12 W‑Boost in einem 12‑Minuten‑Zeitfahren ohne zusätzliche GI‑Symptome. Das Ergebnis ist vielversprechend, aber klein und eng gefasst. Es liefert einen starken Anstoß für weitere Forschung und ein mögliches Experiment für Ausdauersportler – natürlich in Absprache mit einem Fachmann –, aber keinen garantiert sofortigen Leistungsschub.

Original study

Read the original research on pubmed.ncbi.nlm.nih.gov →

This article summarizes published research for general information. It is not medical advice.

DG

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Dr. Gymbro

Dr. Gymbro writes for Dr. Gymbro: science-backed fitness, nutrition & performance.

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In the foreground on the left, a styled flat-lay-inspired still life sits on a weathered wooden surface and blends into the scene. It includes two clear water bottles with pale citrus-tinted liquid, a few torn energy gel packets in muted coral and sage, and a small pile of dried apricots and sliced banana. A handful of glossy orange slices adds a bright accent. The shallow depth of field keeps the cyclist sharp in the middle distance while the foreground items are gently softened.

The color palette is warm and editorial: soft peach, muted terracotta, sage green, cream, and deep navy. The light is natural and golden, with long, gentle shadows and a slight film-grain texture, like a high-end lifestyle or sports-science magazine spread. The composition follows the rule of thirds, with the cyclist on the right third and open negative space in the upper left, suitable for headline overlay.

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The color palette is restrained and modern: cherry red, sage green, cream, soft terracotta, and charcoal accents. Light comes from the left, casting long, gentle shadows with a subtle warm glow and a hint of dust in the air. Shallow depth of field with crisp focus on the cherries and stopwatch, creamy bokeh in the background. Composition leaves open negative space in the upper right for a headline overlay. The overall feel is a clean, trendy health-and-science magazine cover: tactile, natural, minimal, and calm, shot in a 16:9 landscape frame with fine film-like grain and true-to-life tones.
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